Theater Rampe

Haus:

Das Theater Rampe ist ein Produktionshaus für zeitgenössisches Autorentheater, freie darstellende Künste, Tanz und Populärmusik. Ausgehend von Autorentheater erweitert es die Theaterpraxis diskursiv und interdisziplinär. Stadträume, Kooperationsprojekte, partizipative Ansätze befördern den Zugang heterogener Öffentlichkeiten zum Theater. Der Vielfalt zeitgenössischer Theaterpositionen gibt das Theater Rampe in Stuttgart eine Bühne.

Kollaboration mit Initiativen und Institutionen in der Stadtgesellschaft und der Region sind fester Teil des Programms. Die Untersuchung des Verhältnisses zwischen Künstler*innen und diverser Publika ist eine wichtige Fragestellung in der Programmgestaltung.

In Eigen- und Koproduktion realisiert das Theater Rampe Uraufführungen, Stückentwicklungen und Autorenresidenzen, zeitgenössische Theatertexte sowie experimentelle Formate. In seinem Gastspielprogramm holt es überregionale Performances nach Stuttgart, schafft künstlerische Verknüpfungen, die der Stuttgarter Theaterszene wichtige Impulse geben. Auch für lokale Künstlergruppen ist das Theater Rampe Spielort und langfristiger Kooperationspartner. Seit 2015 wird der Tanz- und Theaterpreis der Stadt Stuttgart und des Landes Baden-Württemberg unter dem Titel 6 TAGE FREI biennal vom Theater Rampe veranstaltet.

Das Theater ist untergebracht im Depot der „Zacke“, einer Zahnradbahn, die allabendlich ins Foyer des Theaters einfährt und dort parkt.

Theater Rampe is a platform for contemporary authors‘ theatre, independent performing arts, dance and pop music. Based on the authors‘ theatre it widens the term theatre discursively and interdisciplinary. Urban places, cooperations and participative approaches enhance the access to theatre for diverse public spheres. Theater Rampe is a stage for a wide range of contemporary theatre propositions.

Main parts of the agenda are collaborative projects hand in hand with initiatives and institutions in the urban society and the region. Analysing the relationship between artists and different audiences represents an important focus in programming.

Via co- and in-house productions the theatre conceives debut performances, play-developments and residencies for authors, along with contemporary theatrical plays and experimental formats. The guest performance program encompasses supra-regional performances and also creates artistical bonds in order to provide new impulses to the theatre scene in Stuttgart. Likewise Theater Rampe provides a venue and a long-term cooperation partner for local artists. Since 2015 every two years Theater Rampe organises the „Tanz- und Theaterpreis der Stadt Stuttgart und des Landes Baden-Württemberg“ under the name of 6 TAGE FREI.

The theatre is located in the depot of the „Zacke“. Every evening this cog railway enters the foyer of the theatre for its night’s rest.

Geschichte:

Regula Gerber und Alexander Seer gründeten 1984 die Rampe als ein freies Theater der Stadt Stuttgart. In den darauffolgenden sechs Jahren versammelten sie ein Ensemble von 20 Mitgliedern um sich, das mit seinen Aufführungen die Positionierung der Rampe in der überregionalen wie auch regionalen Theaterlandschaft entscheidend prägte. Auf dem Spielplan standen sowohl Klassiker als auch neue deutsche Dramen. Schon damals stellte die inhaltliche Konzeption der Rampe den Versuch dar, Schauspielliteratur von der Antike bis zur Gegenwart neu und herausfordernd zu adaptieren, ein Versuch „das Theater immer wieder zu dem Ort zu machen, an dem sich unsere Gegenwart im Vergangenen wiederspiegelt“ .

Der Zerfall der großen deutschen Theaterensembles der 80er Jahre und der notwendige, aber nicht erfolgte Generationswechsel der künstlerischen Leitungen, führten dazu, dass einige große Häuser in teilweise inhaltslos gewordenen Strukturen festgefahren waren. Die deutschen Stadt- und Staatstheater verloren während Gerbers Leitungsperiode an Strahlungskraft, die kleinen Theater gewannen an Popularität und Bedeutung. Auf diese Weise erhielt das Theater Rampe immer mehr Zulauf von jungen Künstlern aus Staats- und Stadttheatern. Einer von ihnen war Alexander Seer, der nach seiner Arbeit als Assistent und Regisseur am Wiener Burgtheater an die Rampe gekommen war.

1988 musste die Rampe wegen Eigenbedarfs des Besitzers ihr damaliges Theater räumen. Mit Hilfe des Kulturamtes der Stadt Stuttgart sowie dem Baden-Württembergischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst wurde ein neues Theatergebäude gefunden – der alte Zahnradbahnhof in der Filderstraße – welches auf Initiative von Dr. Roland Batzill, Vorstandssprecher der Stuttgarter Strassenbahnen AG, und dem damaligen Oberbürgermeister Manfred Rommel umgebaut wurde.

„Jeden Tag fährt eines der bekanntesten Stuttgarter Wahrzeichen ein und aus, die Stuttgarter Zacke. Dieses Theater ist nämlich auch – eine Garage. Hier schläft die Stuttgarter Zahnradbahn. Allabendlich wird sie in der nach hinten glasig offenen Halle geparkt, ein Riesenfoyer mit Schienen sozusagen […]. Das Theater ist durch diese Verkehrsader tatsächlich organisch mit der Stadt verbunden. Die Zacke ist ein öffentliches Verkehrsmittel, das den lange Zeit proletarisch geprägten Stuttgarter Süden mit der gutbürgerlichen Degerlocher Höhe verbindet. […] In Stuttgart ist die Gesellschaft vertikal geschichtet, sinnlicher als mit der Zahnradbahn ist das nicht erlebbar in dieser Stadt. […] Längst hat die Gentrifizierung im Stuttgarter Süden begonnen, zu Beginn der Intendanz von Hosemann bestand die Nachbarschaft vornehmlich aus den so genannten drei A’s: Arbeitslosen, Ausländern, Armen. Mäßig gewinnbringend waren die ersten Versuche zu Beginn von Eva Hosemanns und Stephan Bruckmeiers Intendanz, […] weniger theatervernarrtes Publikum mit sonntäglichen Kochvergnügen ins Haus zu locken, heute sähe das vermutlich anders aus.“

Golombek, Nicole: Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berg gehen. Die Räume des Theater Rampe. In: Rothschild, Thomas (Hg.): Im Schatten der Zeit. Das Theater Rampe in Stuttgart 1998-2013. Berlin: Theater der Zeit 2013.

Seit 1992 im Depot einer Zahnradbahn untergebracht, hat sich das Theater Rampe in Stuttgart als ein künstlerisch avanciertes, zeitgenössische Ästhetiken förderndes Produktions- und Koproduktionshaus etabliert. Von 1998 bis 2013 hat Intendantin Eva Hosemann (bis 2004 gemeinsam mit Stephan Bruckmeier) das Haus als Autorentheater auf Gegenwartsdramatik konzentriert und damit wichtige Impulse für die Zusammenarbeit von Autoren und Theaterpraxis gegeben. Das Theater Rampe ist außerdem eine Plattform für freies Theater in Stuttgart.

Felicia Zeller, Sibylle Berg, Lutz Hübner, Andreas Sauter und viele mehr prägten den Spielplan. Theater im privaten Wohnraum war die Antwort der Rampe auf den Trend zur Eroberung des öffentlichen Raums durch die Theater in den Nullerjahren. Mit „Welche Droge passt zu mir“ eroberte sie Wohnzimmer und Salons der Stadt. Am Fernsehturm war die Autorensoap „Sex and the City“ ein breiter Erfolg.

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